Ein Kessel im Keller

Wertes Auditorium,

verzeihen Sie, wenn ich heute nur ein paar kurze Worte an Sie richte, jedoch: Ich bin über die Maßen erschöpft, ja, ganz und gar entkräftet! Wie Ihnen bekannt sein dürfte, liegt es nicht in meinem Wesen, Klage über die werten Herren zu führen; ein weiterer Grund, mich äußerst kurz zu fassen.

Doch denken Sie nur: Herr Coppella kehrte zurück in den Herrensitz! Wohl annehmend, die Pflege der üblichen Equipage, die Reinigung der Garderobe, das Einlassen eines heißen Bades und die zu improvisierende mehrgängige Menüfolge würden mich nicht ausreichend fordern, trug er mir auf, einen Kessel von gewaltigen Ausmaßen und kolossalem Gewicht im Kellergewölbe zu installieren, ferner gewaltige Mengen an Brennholz bereitzuhalten (glücklicherweise habe ich mich diesbezüglich ausgiebig fortbilden lassen).

In weiser Voraussicht, mich nicht unnötig schon im Vorhinein zu belasten, geschah seine Rückkehr unangekündigt. Nunmehr kündigte Herr Coppella allerdings an, ich müsse die nächsten Tage den Kessel heizen und ohne Unterlass kräftig rühren, um die Basis eines Elixiers herzustellen – nur mit bereits schmerzenden Armen gelingt es mir unter Aufbietung aller Kräfte, meiner Informationspflicht Genüge zu tun und Sie, werte Fanatiker, in Kenntnis zu setzen. Ich hoffe, dazu auch fürderhin die nötigen Energien aufbringen zu können. Leben Sie einstweilen wohl, und erfreuen Sie sich ihrer gesunden Finger!

 

Auf das Äußerste exhaustiert, aber wie immer respektvollst,

Bastille