Das Coppelianische Wende-Elixier

Wertes Auditorium,

wie ich Ihnen schon berichtete, kam Herr Coppella mit großen Aufgaben für mich zurück. Drei Tage hatte ich fast ohne Unterlaß zu heizen und zu rühren – heute, immerhin zum Tag der Wende, ist der erste Teil des edlen Werks vollbracht! Sollten Sie das Elixier nachkochen wollen, hier die Rezeptur, wie sie auch mir vorlag:

kessel

Antriebselixier der Coppelianischen Wende

Man erhitze einen großen Kessel auf das Äußerste, schmelze sodann den Stein der Weisen mit etwas Pfeffer. Man gebe einen gerebelten Trollpenis sowie den Schädel eines Dichters hinzu und rühre bis zum Morgengrauen. Darüber gebe man ein Ei, die Feder eines fiktiven Vogels und die Mütze eines Meisterdetektivs.

Nunmehr rühre man ohne Unterlaß, bis der Mond am Himmel steht. Bei geschlossenem Deckel und schwacher Hitze rühre man schaumig geschlagenes Vakuum unter. So sich die Mischung gesetzt hat, reibe man einen springenden Punkt sehr fein und würze damit nach. Das Ohr eines Künstlers lasse man für einen Sonnenumlauf unter beständigem Rühren mitziehen.

Nunmehr sollte die Mixtur zu einem Mus eingedickt sein, das an kühlem dunkeln Ort eine Zeit lang ruhen muss, bis die weiteren Schritte folgen.

 

Ich erlaube mir darauf hinzuweisen, dass im Prozess der Herstellung ungefragt noch ein erhebliches Quantum Dienerschweiß hinzugefügt wurde. Immerhin, Herr Coppella scheint`s zufrieden zu sein. Wenn Sie mit mir nun hofften, meinen schmerzenden Knochen würde eine gewisse Muße zugestanden, weit gefehlt: Comte Caspar kündigte seine baldige Rückkehr an – ich solle ihm schon mal den Dachboden freiräumen, er habe dort zu konstruieren. Erfreuen Sie sich also heute am süßen Nichtstun, und gedenken Sie meiner auf dem gräßlichen Dachboden …

Respektvollst,

Bastille