Töne aus der Vergangenheit

Wertes Auditorium,

so unglaublich es klingen mag – eine weitere Unternehmung des Sissy Voss scheint gescheitert zu sein. Trotz des großen klanglichen Verlusts sei lobend erwähnt, dass sich auch Herr Voss zunehmend wieder dem Musikalischen zuzuwenden scheint – ein Zeichen der Hoffnung?

Respektvollst,

Bastille

„Urton entdeckt!

Bayreuth, Bayern: Der kommissarische Leiter der Lagerassistenz der Bayreuther Wagnerfestspiele, Herr S. Voss, entdeckte den lange verschollenen Urton nach J.E. Berendt in einem entlegenen Lagerraum wieder. Richard Wagner muss ihn wohl selbst dort abgelegt haben; dafür spricht zumindest die Tatsache, dass sich der Ton in der Kugelhöhlung zweier zusammengeschweißter Hörnerhelme befand, wo er rhythmisch vor sich hin schwang. Wie der Maestro in den Besitz des einzigartigen Tones kam, bleibt bislang unklar; ursprünglich gilt der Astronom Johannes Kepler als Entdecker des Urtons. Musiktheoretiker setzten große Hoffnungen in den Fund; mit den Frequenzschwingungen des Tones könne endlich die lang verlorene Harmonie der planetaren Sphärenschwingungen in der Musik restauriert werden.  Die Vertreter der oktavanalogen Sonifikationsberechnung, eines mangels materieller Grundlage lange brachliegenden Zweiges der Kompositionslehre, jubelten auf.

Bedauerlicherweise jedoch wurde das Wagner`sche Tongefäß bei der Auffindung beschädigt; der Urton schwang seither sukzessive hinaus und muss zum Zeitpunkt dieser Meldung als bereits endgültig verklungen betrachtet werden. (dpa)“

urton