Wer war`s? #2

Wertes Auditorium,

wir fahren fort im löblichen Spiele – und wiederum: Viel Erfolg!

Respektvollst,

Bastille

„Mein geschätzter Graf Lindorf,

wie stets bin ich gezwungen, Euch zu schreiben – das sprechen bleibt mir schließlich auf immer versagt, und meinen Dachboden zu verlassen ist, so mir der Gedanke nicht in den Mund gelegt wird, ebenfalls unmöglich. Mir das Schreiben zu verbieten fiel zum Glück nie jemand ein; so gab mir die Korrespondenz mit Euch stets Trost. So unterschiedlich wir auch sein mögen, eint uns doch eine Existenz, die dem Gang der Zeit ein wenig zu trotzen vermag.

Ich bin Euch über alle Maßen dankbar, dass ihr mit Euren gelegentlichen Briefen ein wenig Abwechslung in meine Existenz hier brachtet – ich, dessen Sinn und Zweck es war, zum Schutz zu dienen, weiß so als Monster unters Dach verbannt nichts mit mir anzufangen. An jener Feuersbrunst traf mich nun wahrlich keine Schuld, doch wie sollte ich das jemand sagen? Mit all meiner Kraft und Macht bin ich doch nur ein Diener, und nun zur Untätigkeit verdammt… ein Koloss auf tönernen Füßen gewissermaßen. Lacht ihr, wenn ihr das lest? Nun ja, vielleicht auch nicht – ich habe wenig Erfahrung mit Wortspielen. Oder mit dem Lachen. Manchmal blicke ich durch die Schlitze unterm Dachfirst und höre die Scharen von Besuchern lachen, die das alte Gemäuer besuchen und zu mir hochsehen, weil im Reiseführer steht, dass ich hier oben gewesen sei… und dann gehen sie das gute Bier dieser Stadt trinken, und ich bleibe hier.

Doch genug von meiner Lage; nur zu gern schick ich Euch für Euren Freund Coppella ein wenig von mir. Wenn es ihm gelingt, sein Elixier damit zu erden, so kann ich ja auch wieder ein wenig an der Welt und ihrem Lauf teilnehmen.

Seid gegrüßt, und schreibt bald wieder!

???“